Micron Document
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Personal Computer
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Ein Personal Computer (engl., zu dt. „persönlicher Rechner“), kurz PC, ist ein Mehrzweckcomputer, dessen GrĂ¶ĂŸe und FĂ€higkeiten ihn fĂŒr den individuellen persönlichen Gebrauch im Alltag nutzbar machen; im Unterschied zu vorherigen Computermodellen beschrĂ€nkt sich die Nutzung nicht mehr auf Computerexperten, Techniker oder Wissenschaftler. Das Konzept geht zurĂŒck auf eine Idee aus den 1970er-Jahren, begrĂŒndet von Hackern.cite-ref-levy-1-0[1]cite-ref-gr-ndahl-2-0[2]cite-ref-iwoz-3-0[3]cite-ref-ct-2003-24-270-geburt-des-pc-4-0[4] Die leichte Bedienbarkeit und ein fĂŒr Privathaushalte erschwinglicher Preis waren wichtige Voraussetzungen fĂŒr das Konzept, das seit 1976 technisch umgesetzt wird. Erst GerĂ€te dieser Art lösten das aus, was der Journalist Steven Levy als Computerrevolution bezeichnet.cite-ref-levy-1-1[1] DemgegenĂŒber werden GerĂ€te aus einer frĂŒheren Zeit vereinzelt bereits Personal Computer genannt, obgleich sie nicht in das Konzept passen.

Ein Personal Computer ist ein Mikrocomputer, in Abgrenzung zu einem Minirechner oder Großrechner. Er tritt beispielsweise als Desktop-,cite-ref-5[5] Notebook-cite-ref-6[6] oder Tabletcomputercite-ref-itwissen-tablet-7-0[7] in Erscheinung und kann unter einem beliebigen Betriebssystem laufen, wie Windows,cite-ref-itwissen-pc-8-0[8] macOS,cite-ref-9[9] Android oder ein Unix.cite-ref-itwissen-pc-8-1[8] Das Spektrum reicht vom Bereich des Heimcomputers bis hin zum typischen Arbeitsplatzrechner.cite-ref-heise-de-10-0[10] Überdurchschnittlich leistungsfĂ€hige Arbeitsplatzrechner fĂŒr rechen- und speicherintensive Anwendungen werden als Workstation bezeichnet; ihr Preis kann ein Vielfaches eines Personal Computer betragen.

Obwohl bereits in den 1970er-Jahren ĂŒblich, wurde der Begriff „Personal Computer“, vor allem dessen Kurzform „PC“, ab 1981 im Sprachgebrauch zunehmend und exklusiv mit dem IBM Personal Computer und dessen IBM-kompatiblen PC-Nachbauten verknĂŒpft.cite-ref-itwissen-pc-8-2[8] Das war dem Marketing von IBM mit seiner erfolgreichen Werbung geschuldet. Die VerknĂŒpfung bezog sich auf die darin verbaute x86-Prozessor-Familie und der darauf laufenden Betriebssysteme DOS und Windows. Zur Vermeidung von Verwechslung des allgemeinen Begriffs mit der aus dem historischen IBM PC entstandenen Plattform wird manchmal vermieden, den allgemeinen Personal Computer mit PC abzukĂŒrzen,cite-ref-11[11] wohingegen IBM-PC-kompatible Systeme fast ausschließlich als „PC“ bezeichnet werden.

DarĂŒber hinaus wird der Begriff vereinzelt mit der Bauart eines Desktop-PC assoziiert,cite-ref-12[12] was jedoch im Widerspruch zu den alternativen Bauarten und Bezeichnungen, z. B. Notebooks oder Tablet-PCs, steht.

Contents

‱ Aufbau
‱ Bauformen
‱ Entsorgung
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Aufbau

Personal Computer sind universelle Mikrocomputer und verfĂŒgen ĂŒblicherweise ĂŒber folgende Komponenten:cite-ref-13[13]

‱ den Hauptprozessor (Central Processing Unit, CPU)
‱ die Hauptplatine (auch Mainboard, Motherboard, Systemboard oder Logicboard genannt)
‱ Arbeitsspeicher (Hauptspeicher, Random Access Memory, abgekĂŒrzt RAM)
‱ Massenspeicher (oft ungeachtet der tatsĂ€chlichen Speichertechnologie mit „Festplatte“ bezeichnet), insbesondere als Startmedium, fĂŒr den Betrieb des Computers
‱ ein GehĂ€use
‱ ein Netzteil fĂŒr den Anschluss an die Stromversorgung

PeripheriegerĂ€te sind optional und zĂ€hlen nicht zwangslĂ€ufig zu den Komponenten des Personal Computers. Sie sind zudem meist austauschbar, wie beispielsweise die PeripheriegerĂ€te Tastatur und Maus zur Eingabe, Monitor oder Drucker zur Ausgabe, sind zur Nutzung als Arbeitsplatzrechner an einem Bildschirmarbeitsplatz allerdings unerlĂ€sslich. Werden PCs hingegen z. B. als Server genutzt, werden sonst ĂŒbliche PeripheriegerĂ€te auch weggelassen, die fĂŒr diesen Einsatz nicht notwendig sind („headless“).

So hatte ein typischer Desktop-Computer um 2010 typischerweise folgenden Komponenten (siehe Abbildung):

1. Hauptplatine mit Schnittstellen zu allen nachfolgenden Bauteilen
2. Hauptprozessor (CPU), entweder auf einem Sockel (wie bei Desktop-PCs fast ausschließlich) oder auf der Hauptplatine fest verlötet (z. B. bei den allermeisten Notebooks)
3. ProzessorkĂŒhler (CPU-KĂŒhler, mit AnschlĂŒssen fĂŒr den LĂŒfter auf der Hauptplatine, nicht selten mit einer aktiven, regelbaren LĂŒftersteuerung)
4. Arbeitsspeicher bzw. RAM, entweder als Speichermodul (DIMMs) oder fest verlötet (beispielsweise meist bei Einplatinencomputern, u. a. auch bei einigen Laptops)
5. Steckkarten bzw. Erweiterungskarten, optional (in der Abbildung exemplarisch zwei Steckkarten)

‱ bei Desktop-Computern ist dies oft eine „dedizierte“ Grafikkarte, die ĂŒblicherweise per PCIe-Schnittstelle auf der Hauptplatine aufgesteckt wird
‱ auch integrierte Grafikprozessoren (im Hauptprozessor, frĂŒher auch oft als „Chipsatz-Grafik“) sind möglich, wodurch die Notwendigkeit einer Grafikkarte entfĂ€llt („integriert“ versus „dediziert“)
‱ freie SteckplĂ€tze ermöglichen allgemein die spĂ€tere Erweiterung mit zusĂ€tzlichen Steckkarten

6. PC-Netzteil fĂŒr die Stromversorgung der Hauptplatine und intern verbauten Komponenten
7. als Massenspeicher konnten herkömmliche Festplattenlaufwerke (HDDs) oder SSDs verwendet werden; Ende der 2010er Jahre haben sich durchwegs NVMe-M.2-SSDs durchgesetzt (anders als in der Abbildung sitzen diese meist direkt auf der Hauptplatine)
8. immer schon optional war ein optisches Laufwerk (seit ca. 2015 werden intern verbaute optische Laufwerke meist weggelassen); als separates PeripheriegerĂ€t können optische Laufwerke auch ĂŒber externe Schnittstellen wie USB angeschlossen werden
9. Monitor
10. Tastatur (tastaturlose Tablet-PCs bieten per Touch-Display eine Bildschirmtastatur)
11. Maus (oder ein alternatives ZeigegerÀt wie ein Touchpad oder ein Touchscreen)

Gerade Desktop-PCs und Workstations lassen sich ĂŒblicherweise sehr einfach erweitern:

‱ PC-GehĂ€use, meist aus Blech und Kunststoff, bieten Platz fĂŒr (interne) Erweiterungen, beispielsweise

‱ zusĂ€tzliche Laufwerke oder andere GerĂ€te, z. B. in einem 5,25″-Einschub
‱ generell sind, nicht nur bei IBM-PC-kompatiblen Rechnern, ĂŒbliche Bauformen auf Basis der ATX-Spezifikation verbreitet

‱ weitere Steckkarten ĂŒber die freien SteckplĂ€tze der vorhandenen Schnittstellen (ĂŒblicherweise PCIe, frĂŒher auch PCI oder einer der VorgĂ€nger), beispielsweise fĂŒr

‱ Controller fĂŒr Massenspeicher oder WechseldatentrĂ€ger, beispielsweise fĂŒr (zusĂ€tzliche) AnschlĂŒsse fĂŒr ATA, SCSI, SATA oder NVMe
‱ Soundkarten
‱ zusĂ€tzliche Grafikkarten

‱ (zusĂ€tzliche) GehĂ€uselĂŒfter – diese sind bei leistungsfĂ€higen Systemen, die viel AbwĂ€rme produzieren, zur ausreichenden KĂŒhlung meist notwendig, beispielsweise bei Gaming-PCs oder spezialisierten Workstations
‱ externe Erweiterungen, die ĂŒber die vorhandenen externen Schnittstellen an den Computer angeschlossen werden können, neben den klassischen EingabegerĂ€ten (Tastatur und Maus) beispielsweise:

‱ Drucker
‱ Scanner

Nicht bei allen Formen von Personal Computern ist der Aufbau gleich. So sind bei spezialisierten PCs viele der Komponenten oft zusammengefĂŒgt und/oder Erweiterungsmöglichkeiten eingeschrĂ€nkt, etwa bei Notebooks, eingebetteten Systemen oder Industrie-PCs. Wo Desktop-SteckplĂ€tze fehlen, gibt es teils Alternativen zur Erweiterbarkeit wie ExpressCard und MiniPCI Express (frĂŒher auch PC Card bzw. PCMCIA oder MiniPCI).

Entwicklung

„Das ‚Gehirn‘ [der Computer] könnte eines Tages auf unser [menschliches] Niveau kommen und bei unseren Einkommensteuer- und Buchhaltungsberechnungen helfen. Aber das ist Spekulation und es gibt bisher keine Anzeichen dafĂŒr.“

–

Britische Zeitung

The Star

in einem Nachrichtenartikel vom Juni 1949 ĂŒber den

EDSAC

-Computer, lange vor der Ära der Personal Computer.

levy-hackersDer Journalist Steven Levy veröffentlichte 1984 das weltweit erste Buch, das sich unter anderem mit der frĂŒhen Geschichte des Personal Computers auseinandersetzt und dabei die Entwickler und deren Motivation in den Mittelpunkt stellt. Es trĂ€gt den Titel „Hackers – Heroes of the Computer Revolution“. Darin beschreibt er eine Gruppierung von Hackern – eine Art stark ausgeprĂ€gter Technikenthusiasten –, die sich in den 1970er-Jahren fĂŒr die Idee eines persönlichen Computers begeisterten. Ihnen ging es darum, Computer im Alltagsleben zu integrieren, sie fĂŒr jedermann öffentlich zugĂ€nglich zu machen, bis hin zu dem damals visionĂ€ren Ziel, einer breiten Masse die Nutzung universell einsetzbarer persönlicher Computer zu ermöglichen.cite-ref-levy-1-2[1]cite-ref-gr-ndahl-2-1[2]cite-ref-iwoz-3-1[3]

voraussetzungen-eines-pcUm dieses Ziel zu erreichen, musste der persönliche Computer einige Voraussetzungen erfĂŒllen:cite-ref-levy-1-3[1] So war eine praktikable GrĂ¶ĂŸe wichtig, die es einer durchschnittlichen Person erlaubt, ihn transportieren und beispielsweise auf einem Schreibtisch installieren zu können. Er musste fĂŒr Privathaushalte verfĂŒgbar, erschwinglich und universell einsetzbar sein. Entscheidend war eine Handhabung, die fĂŒr die breite Masse geeignet ist.cite-ref-iwoz-3-2[3] Das machte eine intuitive und universelle Datenein- und -ausgabe erforderlich, die weit hinaus ging ĂŒber die Kippschalter und Leuchtdioden der bislang ĂŒblichen Computer des unteren Preissegments. Damit die Nutzung nicht nur Elektronik-Fachleuten vorbehalten blieb, mussten BausĂ€tze auch ĂŒber fertig verlötete Komponenten verfĂŒgbar sein, die der ComputerhĂ€ndler oder der Benutzer leicht zusammenfĂŒgen kann. Über die jeweilige Bedienungsanleitung hinaus sollte es keine spezielle Schulung erfordern, sowohl den Computer als auch eine darauf installierte Anwendungssoftware zu betreiben. DarĂŒber hinaus sollte der Endbenutzer die Möglichkeit erhalten, seinen persönlichen Computer frei programmieren zu können. Erst GerĂ€te dieser Art lösten das aus, was Levy in seinem oben genannten Buch als Computerrevolution bezeichnet.

Diese Idee wurde von der damals vorherrschenden Industrie als absurd abgetan. So soll Thomas J. Watson, der frĂŒhe Chef von IBM, 1943 erklĂ€rt haben: „Ich glaube, es gibt einen Weltmarkt fĂŒr vielleicht 5 Computer“.cite-ref-it-fehlprognosen-15-0[15] Wenn auch nicht in diesem Ausmaß, folgten in den 1970er-Jahren Unternehmen wie Texas Instruments, Fairchild, IBM und DEC im Grunde noch immer diesem Dekret.cite-ref-gr-ndahl-2-2[2] Von einem Mitarbeiter auf die Entwicklung eines persönlichen Computers angesprochen, wies DEC-Chef Ken Olsen 1977 diesen Vorschlag mit der BegrĂŒndung von sich, dass er sich keine Privatperson vorstellen könne, die einen solchen Computer haben wolle.cite-ref-it-fehlprognosen-15-1[15]

Der Idee eines öffentlich zugĂ€nglichen Computers, der Vorstufe auf dem Weg zum persönlichen Computer, widmete Ted Nelson 1974 ein Buch mit dem Titel „Computer Lib“, welches zum Standardwerk unter den damaligen Verfechtern dieser Idee wurde.cite-ref-levy-1-4[1] Lee Felsenstein grĂŒndete bereits im selben Jahr das Community-Memory-Projekt, welches ĂŒber öffentliche Terminals in PlattenlĂ€den und Bibliotheken den Zugriff auf einen Computer ermöglichte. Das Projekt war fĂŒr die damalige Zeit wegweisend und hatte den praktischen Nutzen eines schwarzen Bretts, auf dem man per ADD einen beliebigen Beitrag einfĂŒgen und mit FIND finden konnte.cite-ref-gr-ndahl-2-3[2]

Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe und Kosten der Computer der 1950er- und 1960er-Jahre, die meist ganze RĂ€ume fĂŒllten oder als Minicomputer etwa schrankgroß waren, konnten diese kaum einem einzelnen Menschen persönlich zugewiesen werden. Das Ă€nderte sich erst allmĂ€hlich, als seit 1961 TTL-Chips und seit 1971 die Mikroprozessoren auf den Markt kamen und die bis dahin vorherrschenden Kernspeicher durch Halbleiterspeicher ersetzt wurden. FĂŒr Privathaushalte und damit fĂŒr den Bau eines PCs erschwinglich wurden solche Komponenten seit Mitte der 1970er-Jahre.

hcc-szeneRund um den von Fred Moore und Gordon French im MĂ€rz 1975 gegrĂŒndeten Homebrew Computer Club in der Region von San Francisco, der WestkĂŒste der Vereinigten Staaten, trafen sich technikbegeisterte Menschen, Hacker, wie Levycite-ref-levy-1-5[1] schreibt. Angefangen von praktischen Projekten und Entwicklungen, bis hin zur Geburt einer vollkommen neuen Industrie im Silicon Valley, haben sie die Entwicklung des persönlichen Computers entscheidend vorangetrieben. Sie machten bezĂŒglich des PCs immer wieder mit Konzepten und praktischen Entwicklungen auf sich aufmerksam. Viele Computer-Pioniere gingen aus ihren Reihen hervor; Mitglieder dieses Vereins grĂŒndeten zahlreiche Computerunternehmen. Der Homebrew Computer Club wird daher als „Schmelztiegel fĂŒr eine ganze Branche“ bezeichnet.cite-ref-16[16]

Kontroverse zum ersten Personal Computer

Levy setzt in seinem oben genannten Buch die Grenze zum Personal Computer dort, wo er das damals visionÀre Ziel erreicht sieht, das die von ihm interviewten Entwickler im Personal Computer sahen. Aus dieser Sichtweise heraus gilt der im April 1976 veröffentlichte Apple I als erster Personal Computer der Welt,cite-ref-levy-1-6[1]cite-ref-gr-ndahl-2-4[2]cite-ref-iwoz-3-3[3] 1977 gefolgt vom Commodore PET, dem Tandy TRS-80 Model 1 und dem Apple II.

Die oben genannten Voraussetzungen fĂŒr einen PC sind jedoch nicht festgeschrieben; der Begriff Personal Computer hat keine feste Definition. Die Benennung des Apple I als ersten Personal Computer ist daher nicht unumstritten.cite-ref-blinkenlights-17-0[17]

Es gibt je nach Gewichtung tatsĂ€chlich mehrere Computer, die jeweils als erster Personal Computer der Welt bezeichnet werden. VernachlĂ€ssigt man beispielsweise den Punkt der einfachen fĂŒr die breite Masse geeigneten Handhabung und setzt auch die universelle Einsatzmöglichkeit des Computers nicht zwingend voraus, so ist der fĂŒr Privathaushalte erstmals erschwingliche Simon aus dem Jahr 1949 der erste Personal Computer;cite-ref-blinkenlights-17-1[17] ein auf Relais basierender Lerncomputer, der ausschließlich als Selbstbausatz zu erwerben war. Soll es ein rein elektronischer Computer mit integrierten Schaltkreisen sein, der als komplett montiertes GerĂ€t ausgeliefert wurde, so gilt der Kenbak-1 von 1971 als der erste PC.cite-ref-20m-kenbak-1-18-0[18] Wird ein in Serie produzierter Mikrocomputer vorausgesetzt, der also als zentrale Recheneinheit (CPU) einen Mikroprozessor nutzt, dann ist es der Micral N aus dem Jahr 1973.cite-ref-ch-micral-n-19-0[19] Einigen gilt der Altair 8800 von 1975 als erster Personal Computer der Welt,cite-ref-20[20] auch wenn er sich nicht viel vom Micral N unterschied. Allen bisher genannten Computern ist die Voraussetzung gemein, dass ein Personal Computer fĂŒr Privathaushalte erschwinglich sein muss. Doch selbst dieser Punkt erhebt keinen Anspruch auf AllgemeingĂŒltigkeit; Menschen, die der einfachen Handhabung eine besonders hohe Gewichtung geben, aber weder dem Preis noch der VerfĂŒgbarkeit eine Bedeutung beimessen, bezeichnen den Xerox Alto von 1973 als den ersten PC der Welt.cite-ref-21[21]

Die Bedeutung des Wortes liegt in seinem Gebrauch. FĂŒr Levys Abgrenzung spricht, dass der PC umgangssprachlich nicht mit einem GerĂ€t assoziiert wird, das man per Kippschalter und LĂ€mpchen bedient, sondern per Tastatur und Monitor. Der fĂŒr 666 US-Dollar erhĂ€ltliche Apple I war unbestritten der erste fĂŒr Privathaushalte erschwingliche Personal Computer, der ab Werk mit einem Betriebssystem und allen benötigten AnschlĂŒssen ausgestattet war, um ihn auf moderne Weise per Tastatur und Monitor zu betreiben. Nicht im Lieferumfang enthalten waren einige fĂŒr den Betrieb wichtige Komponenten; die Tastatur, das GehĂ€use und Netzteil mussten separat erworben werden und ohne ein heimisches FernsehgerĂ€t als Monitorersatz und einen Kassettenrecorder als Datenspeicher war er nicht arbeitsfĂ€hig. Im Januar 1977 wurde der weltweit erste PC dieser Art mit einer kompletten betriebsbereiten Ausstattung vorgestellt: der fĂŒr 795 US-Dollar erhĂ€ltliche Commodore PET 2001. Der vier Jahre Ă€ltere Xerox Alto wurde zwar auch per Tastatur und Monitor betrieben und verfĂŒgte sogar ĂŒber eine Maussteuerung, jedoch wird er im Unterschied zu diesen beiden GerĂ€ten als Workstation klassifiziertcite-ref-22[22] aufgrund seines hohen Preises. Eine Workstation kann ein Vielfaches eines Personal Computers kosten. Seine Herstellungskosten lagen 1973 bei 12.000 US-Dollar (was auf die Kaufkraft von 2026 bezogen einem Wert von etwa 85.000 US-Dollar entspricht); der fĂŒhrende Entwickler Charles P. Thacker schĂ€tzt, dass der Verkaufspreis im Jahr 1973 sogar bei 40.000 US-Dollar gelegen hĂ€ttecite-ref-23[23] (damals wurde der Xerox Alto nicht offiziell zum Verkauf angeboten). Bereits vor dem Xerox Alto existierten andere grafische Workstations mit Tastatur und Monitor, wie der IMLAC PDS-1 von 1970 und der IBM 2250 aus dem Jahr 1964.

Ihre einfache Handhabung und der geringe Preis machten Personal Computer seit 1976 fĂŒr durchschnittliche Privatanwender weitgehend tauglich und attraktiv. Erst der ĂŒberragende Verkaufserfolg solcher GerĂ€te durch andere (zum Teil branchenfremde, zum Teil neu gegrĂŒndete) Unternehmen sollte die vorherrschende Computerindustrie dazu veranlassen, sich der Idee des persönlichen Computers anzunehmen, eigene Produkte zu entwickeln und seit 1981 auf den Markt zu bringen. Dabei war das Marketing von IBM mit der Werbung fĂŒr ihren IBM Personal Computer, kurz IBM PC, derart erfolgreich, dass der Begriff „Personal Computer“ hĂ€ufig mit dieser Marke in Verbindung gebracht wurde, obwohl gerade dieser PC preislich grenzwertig zum ursprĂŒnglichen PC-Konzept war. DafĂŒr setzten sich die wesentlich preiswerteren Nachbauten, die „IBM-PC-kompatiblen Computer“, als eine der erfolgreichsten Plattformen fĂŒr den persönlichen Computer durch; die marktĂŒblichen PC mit Windows-Betriebssystem und x86-Prozessoren beruhen auf der stetigen Weiterentwicklung des damaligen Entwurfs von IBM.cite-ref-spiegel-patalog-24-0[24] Der erfolgreichen Werbung von IBM ist es zu verdanken, dass hĂ€ufig der IBM PC 5150 von 1981 als erster Personal Computer der Welt bezeichnet wird.cite-ref-25[25] Dabei war IBM nicht einmal das erste Unternehmen, das ihr Produkt als Personal Computer bewarb; in der Werbung erstmals als Personal Computer bezeichnet wurde der Tischrechner HP-9100A von 1968,cite-ref-26[26] gefolgt vom HP-9830 von 1972 und dem Altair 8800 von 1975.

Die VorlÀufer des modernen Personal Computers

simon1949 stellte Edmund C. Berkeley mit Simon den ersten Computer fĂŒr den Heimgebrauch vor. Er bestand aus 50 Relais und wurde fĂŒr 300 US-Dollar in Gestalt von BauplĂ€nen vertrieben, von denen in den ersten zehn Jahren ĂŒber 400 Exemplare verkauft wurden. Er ist ein fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse kompakter digitaler programmierbarer und weitgehend automatisierter Computer, der fĂŒr Privathaushalte erschwinglich ist. Rechnet man die Bauteile hinzu, konnte er damals fĂŒr rund 500 US-Dollar gebaut werden (was auf die Kaufkraft des Jahres 2026 bezogen einem Wert von etwa 6.600 US-Dollar entspricht). FĂŒr seinen Betrieb benötigt man ĂŒber die Bedienungsanleitung hinaus keine spezielle Schulung. Damit erfĂŒllt er bereits viele Voraussetzungen fĂŒr einen persönlichen Computer und gilt daher manchen Menschen als erster PC der Welt.cite-ref-blinkenlights-17-2[17] Mit seinen fĂŒnf Bedientasten, dem Lochstreifen als Programmablaufspeicher und den fĂŒnf LĂ€mpchen als Ausgabeeinheit, die Zahlen von 0 bis 4 darstellen konnten, entspricht dieses GerĂ€t jedoch technisch nicht dem, was unter einem Personal Computer verstanden wird. Der Simon ist speziell als Lerncomputer entwickelt worden, der dem Anwender die grundlegende Funktionsweise eines Computers nĂ€her bringen sollte. Ähnlich verhĂ€lt es sich mit dem auf Drehscheiben basierenden GENIAC von 1955, dem analogen, auf Röhren basierenden Heathkit EC-1 von 1959 und dem Relais-Computer Minivac 601 aus dem Jahr 1961.cite-ref-blinkenlights-17-3[17]

hp-9100aDer erste frei programmierbare Tischrechner der Welt, der Programma 101 von Olivetti,cite-ref-27[27] erschien 1965 fĂŒr einen Preis von 3200 US-Dollar.cite-ref-28[28] Drei Jahre spĂ€ter brachte die Hewlett-Packard Company mit dem HP-9100A ein programmierbares RechengerĂ€t auf den Markt, das im Vergleich zum Programma 101 bereits mehr Möglichkeiten der Anzeige und Programmierung bot, aber mit 4900 US-Dollar rund das Doppelte eines damaligen durchschnittlichen Bruttojahresgehaltes kostete. Dieser Rechner wurde in einer Werbeanzeige erstmals in der Literatur als Personal Computer bezeichnet, obgleich er weder preislich noch technisch dem heutigen VerstĂ€ndnis eines PCs entspricht. Bemerkenswert ist, dass die Leistung beider Tischrechner ohne die Verwendung von integrierten Schaltkreisen erbracht wurde.

1967 erschien ein Buch mit dem Titel „How To Build a Working Digital Computer“ von den Autoren Edward Alcosser, James P. Phillips und Allen M. Wolk.cite-ref-29[29] Das Buch beschreibt, wie man einen einfachen Computer aus AlltagsgegenstĂ€nden bauen kann, wie aus BĂŒroklammern fĂŒr Schalter und einer Konservendose fĂŒr den Trommelspeicher. FĂŒr 1000 US-Dollar vertrieb das Unternehmen COMSPACE 1969 eine professionell zusammengebaute Version dieses Lerncomputers unter dem Namen Arkay CT-650.cite-ref-30[30]

imlac-pds-1Mit dem IMLAC PDS-1 erschien 1970 eine vernetzte Grafik-Workstation des Herstellers Imlac Corporation of Needham, einem kleinen Unternehmen aus Massachusetts, USA.cite-ref-31[31] Bemerkenswert war, dass dieses Unternehmen eine sehr effiziente Konstruktion entwickelte, die es erlaubte, dass sie ihren Computer bereits fĂŒr 8300 US-Dollar zum Kauf anbieten konnten (zum Vergleich kostete der technisch in etwa vergleichbare IBM 2250 aus dem Jahr 1964 noch 280.000 US-Dollar). Der PDS-1 war ein Vorreiter auf dem Weg zu einem grafischen Personal Computer, in Teilen vergleichbar mit dem weitaus teureren Xerox Alto aus dem Jahr 1973.

kenbak-1Im September 1971 erschien der von John Blankenbaker entwickelte Kenbak-1 fĂŒr 750 US-Dollar. Obwohl die ersten Mikroprozessoren seit 1971 verfĂŒgbar waren, verwendete sein Computer keinen Mikroprozessor; Blankenbaker konstruierte die Maschine auf einer einzigen Platine mit TTL-Chips. Der Kenbak-1 wird mitunter als erster Personal Computer der Welt bezeichnet.cite-ref-20m-kenbak-1-18-1[18] Da er kein Betriebssystem erhielt, mussten sĂ€mtliche Aktionen in einem reinen Maschinencode programmiert werden ĂŒber eine Reihe von Tasten und Schaltern, die auf der Frontseite untergebracht waren. Die Ausgabe bestand aus einer Reihe von Lichtern auf der RĂŒckseite. GerĂ€te wie dieses waren fĂŒr durchschnittliche Privatanwender weitgehend untauglich und auch kaum attraktiv; der Kenbak-1 passt daher weder in das Konzept des persönlichen Computers noch entspricht er technisch dem, was man umgangssprachlich unter einem Personal Computer versteht.

hp-9830Der 1972 veröffentlichte HP-9830 war der erste Tischrechner mit einem im ROM integriertem BASIC-Interpreter.cite-ref-blinkenlights-17-4[17] Im Unterschied zum HP-9100A und dem Programma 101 verfĂŒgte er ĂŒber eine vollstĂ€ndige alphanumerische Tastatur und ein alphanumerisches Display, wodurch er eine BrĂŒcke schlug zwischen einem ĂŒblichen Tischrechner und einem All-in-one-Desktop-Computer. Zwar besaß dieses GerĂ€t nur eine einzige Bildschirmzeile mit lediglich 32 Zeichen und war mit 5.975 US-Dollar (was auf das Jahr 2026 bezogen einem Wert von etwa 45.000 US-Dollar entspricht) fĂŒr Privathaushalte kaum erschwinglich; dennoch kam er dem heutigen VerstĂ€ndnis zum Begriff Personal Computer schon recht nahe. Daher gilt er manchen Menschen als erster PC der Welt.cite-ref-32[32]

micral-nDer Micral N war ein weiterer VorlĂ€ufer des Personal Computers; der erste in Serie hergestellte Computer seiner Art mit einem Mikroprozessor, in diesem Fall ein Intel 8008. Er wurde in Frankreich von AndrĂ© Truong Trong Thi und François Gernelle entwickelt und dort seit 1973 fĂŒr 8500 FF verkauft (umgerechnet 1750 US-Dollar, was nach Kaufkraft von 2026 einem Wert von etwa 12.400 US-Dollar entspricht). Erfolgte die Datenein- und -ausgabe zunĂ€chst per Kippschalter und LĂ€mpchen, wurde er seit 1974 gegen Aufpreis mit einer Tastatur und einem Bildschirm ausgeliefert; Festplatten waren ab 1975 erhĂ€ltlich. Bedientechnisch entsprach dieser Computer seither dem VerstĂ€ndnis eines PC, jedoch preislich nicht. Ebenfalls im Jahr 1973 erschien der Scelbi-8H, ein weiterer Mikrocomputer mit einem Intel 8008.cite-ref-blinkenlights-17-5[17]

Mit dem HP-65 kam 1973 fĂŒr 795 US-Dollar der erste vollstĂ€ndig programmierbare Taschenrechner der Welt auf den Markt. Da er jedoch ĂŒber kein alphanumerisches Display verfĂŒgt, kann er als anspruchsvoller programmierbarer Rechner betrachtet werden, der technisch weiter von einem PC entfernt ist, als beispielsweise der ein Jahr Ă€ltere HP-9830.

xerox-altoDas Unternehmen Xerox PARC stellte 1973 ihren Xerox Alto der Weltöffentlichkeit vor, ein etwa kĂŒhlschrankgroßes GerĂ€t. Mit einer schreibmaschinenĂ€hnlichen Tastatur, einer 3-Tasten-Maus, einer zusĂ€tzlichen kleinen 5-Tasten-Akkordtastatur fĂŒr besondere Befehle, einem objektorientierten Betriebssystem, einem Bildschirm mit grafischer BenutzeroberflĂ€che (engl. graphical user interface, kurz GUI) und einer Ethernet-Schnittstelle war er wegweisend fĂŒr den kĂŒnftigen Personal Computer. Diese Workstation war jedoch als wissenschaftliches GerĂ€t gedacht; sie war weder fĂŒr den privaten Gebrauch erschwinglich, noch in dieser Zeit fĂŒr den Handel verfĂŒgbar und wurde erst ab 1978 zu einem Preis von 32.000 US-Dollar zum Kauf angebotencite-ref-erdmann2011-33-0[33] (nach Kaufkraft von 2026 wĂ€ren das etwa 154.000 US-Dollar).

Der Mark-8 erschien 1974 und war ein weiterer Mikrocomputer, betrieben von einem Intel 8008. Vom Mark-8 wurde ausschließlich der Bauplan und die Platine verkauft; er war somit lediglich als Selbstbausatz erhĂ€ltlich.

altair-8800Mit dem Altair 8800 des Anbieters MITS kam 1975 ein in Serie produziertes GerĂ€t auf den Markt, das ebenfalls als Personal Computer bezeichnet wird und als Bausatz fĂŒr 397 US-Dollar, als KomplettgerĂ€t fĂŒr 695 US-Dollar zu erwerben war.cite-ref-34[34] Innerhalb der frĂŒhen Szene rund um den Homebrew Computer Club erfreute sich der Altair 8800 großer Beliebtheit und diente den Mitgliedern des Clubs als KernstĂŒck fĂŒr eigene Erweiterungen. Zukunftsweisend war die Ausstattung mit einem Bus-Stecksystem fĂŒr Erweiterungskarten nach dem S-100-Bus-Standard. Mit seinen Kippschaltern als Eingabeeinheit und Leuchtdioden als Ausgabeeinheit entspricht jedoch dieses GerĂ€t technisch nicht dem, was unter einem Personal Computer verstanden wird. Zur Benutzung von Altair BASIC oder CP/M als Kommandozeilen-Betriebssystem musste ein Text-Terminal ĂŒber die serielle Schnittstelle (das RS-232-Interface) angeschlossen werden. Ähnlich war es mit dem im selben Jahr erschienenen KIM-1 des Unternehmens MOS Technology, der immerhin schon eine 24-Tasten-Eingabeeinheit im Taschenrechnerformat zur direkten Eingabe von HEX-Code besaß sowie ĂŒber eine 6-stellige 7-Segment-LED-Anzeige als Ausgabeeinheit verfĂŒgte.

Der 1975 veröffentlichte IBM 5100 wartete mit seiner schreibmaschinenĂ€hnlichen Tastatur, einem integrierten Monitor und einem Kassettenlaufwerk fĂŒr wechselbare Datenspeicher auf. Rein technisch konnte er alles vorweisen, was unter einem Personal Computer verstanden wird. Jedoch war der Preis von damals 9000 bis 20.000 US-Dollar (etwa 52.000 bis 117.000 US-Dollar auf das Jahr 2026 bezogen) fĂŒr Privathaushalte deutlich zu hoch, weshalb er ebenfalls nicht in das Konzept des Personal Computers passte.

Erste Personal Computer mit schreibmaschinenÀhnlicher Tastatur und Bildschirm

Apple I und II

apple-iSteve Wozniak (in der Szene bekannt als The Woz) war ein prominentes Mitglied des Homebrew Computer Club. Im April 1976 stellte er der Öffentlichkeit seinen Computer vor, der dem Altair 8800 technisch weit ĂŒberlegen war. Als erstes GerĂ€t der Weltcite-ref-levy-1-7[1]cite-ref-gr-ndahl-2-5[2]cite-ref-iwoz-3-4[3] war er mit 666 US-Dollar fĂŒr Privathaushalte erschwinglich und entsprach zugleich den modernen bedientechnischen Vorstellungen eines persönlichen Computers: Sein Computer verwendete eine schreibmaschinenĂ€hnliche Tastatur als Eingabeeinheit und einen Bildschirm (zunĂ€chst in Form eines umfunktionierten FernsehgerĂ€tes) als Ausgabeeinheit.cite-ref-iwoz-3-5[3] Als einziges PeripheriegerĂ€t gab es ein Kassetten-Interface, mit dem sich in Kombination mit einem herkömmlichen Kassettenrecorder Programme auf Audiokassetten speichern und von diesen wieder laden ließen. Apple war eines der Unternehmen, die aus dem Homebrew Computer Club hervorgingen, wobei Steve Wozniak neben Steve Jobs und Ronald Wayne einer der GrĂŒnder ist. Sein Computer wurde zwar vor der UnternehmensgrĂŒndung entwickelt, aber dann dort in Serie produziert und unter dem Namen Apple I verkauft.cite-ref-iwoz-3-6[3] Als Einplatinencomputer wurde er in Form einer komplett bestĂŒckten Platine ausgeliefert und vom HĂ€ndler oder Endbenutzer um ein Netzteil, GehĂ€use und eine Tastatur ergĂ€nzt, ehe er am heimischen Fernseher betrieben werden konnte.

apple-iiDas Nachfolgemodell, der Apple II, wurde nun auch in kompletter AusfĂŒhrung ausgeliefert mit einem GehĂ€use, Netzteil, Tastatur und Monitor, spĂ€ter sogar mit einer Maus. Gleichzeitig war er der letzte industriell hergestellte PC, der vollstĂ€ndig von einer einzelnen Person, Steve Wozniak, entworfen wurde. Er wurde im April 1977 in den USA vorgestellt und fĂŒr einen Preis von 1.298 US-Dollar angeboten (das entspricht einem Wert von etwa 6.700 US-Dollar auf das Jahr 2026 bezogen). Bei seiner MarkteinfĂŒhrung hatte er acht freie SteckplĂ€tze des 8-Bit-Apple-Bus-Systems, mit denen er durch Einsetzen der entsprechenden Erweiterungskarte fĂŒr unterschiedliche Anwendungen (z. B. Textverarbeitung, Spiele, Steuerungstechnik) genutzt werden konnte. Diese Eigenschaft eines Computers, der also durch SteckplĂ€tze individuell an die WĂŒnsche des Konsumenten angepasst werden kann, gilt als Grundeigenschaft eines PC. Außerdem konnten mit diesem Computer bereits Farben dargestellt und Töne wiedergegeben werden. Die Apple-II-Baureihe war ein offenes System, das heißt, alle wesentlichen Konstruktionsdetails wurden veröffentlicht.cite-ref-35[35]

Commodore PET und Tandy TRS

Der weltweit erste industriell hergestellte PC in kompletter AusfĂŒhrungcite-ref-36[36] (inklusive GehĂ€use, Netzteil, Tastatur, Monitor und Massenspeicher in Form einer Datasette) wurde im Januar 1977 vorgestellt: der Commodore PET 2001, der fĂŒr 795 US-Dollar ĂŒber den Ladentisch ging.cite-ref-37[37] Im August desselben Jahres folgte der Tandy TRS-80 Model 1 fĂŒr 599 US-Dollar.cite-ref-38[38] Von den Leistungsdaten her waren beide GerĂ€te dem Apple II Ă€hnlich, hatten aber keine SteckplĂ€tze fĂŒr Erweiterungskarten, keine Farbdarstellung und keine Tonausgabe. Der PET verfĂŒgte ĂŒber den in der professionellen Messtechnik verbreiteten (parallelen) IEC-Bus, was zur Folge hatte, dass er in Forschung und Industrie Verbreitung fand.

Andere Anbieter

Neben den Modellen von Apple und Commodore gab es in dieser Zeit weitere Àhnliche PC-Modelle anderer Hersteller, unter anderem Sharp MZ-80K (1978), Acorn System 1 (1979) und Sinclair ZX80 (1980).

IBM PC

Am 12. August 1981 wurde der erste IBM PC 5150 vorgestellt. Er bewegte sich preislich an der Obergrenze der handelsĂŒblichen PC. In der Grundausstattung konnte er fĂŒr 1565 US-Dollar erworben werden (ohne Diskettenlaufwerke und Monitor, dafĂŒr mit TV-Anschluss) oder fĂŒr 3.005 US-Dollar in kompletter AusfĂŒhrung (dies entspricht 2026 etwa 10.400 US-Dollar).cite-ref-39[39] In der maximalen Ausbaustufe mit mehr Speicher und Farbgrafik wurde er fĂŒr 6.000 US-Dollar angeboten (entspricht 2026 ca. 20.700 US-Dollar).cite-ref-40[40] IBM nutzte ihre damalige MarktfĂŒhrung fĂŒr (Großrechner-)Datenverarbeitungsanlagen und schaffte es, dass ihr IBM PC als Arbeitsplatzcomputer in zahlreichen Unternehmen eingesetzt wurde.

Das GerĂ€t war mit dem Intel-8088-Prozessor ausgestattet und verfĂŒgte ĂŒber ein 8-Bit-ISA-Bussystem. Auch die folgenden Modelle wurden mit Prozessoren von Intel ausgerĂŒstet. Der bereits ein Jahr vor dem 8088-Prozessor (4,77–9,5 MHz Takt; interne CPU-Wortbreite 16 Bit; System-Datenbus 8 Bit) von Intel vorgestellte 8086-Prozessor (6–12 MHz Takt; CPU-Wortbreite 16 Bit; System-Bus 16 Bit) sorgte dafĂŒr, dass sich fĂŒr die Serie die AbkĂŒrzung „x86-Architektur“ etablierte.

Der IBM PC von 1981 wurde zwar anfangs alternativ auch mit dem Betriebssystem CP/M-86 angeboten, bald jedoch ausschließlich mit dem von Microsoft lizenzierten eigenen Betriebssystem IBM PC DOS, bis zum Ende der IBM-PS/2-Reihe 1995. Die 1981 begonnene Zusammenarbeit mit Microsoft endete indes 1985 – beide Unternehmen entwickelten danach das Betriebssystem getrennt weiter, achteten jedoch auf gegenseitige KompatibilitĂ€t. Das Betriebssystem MS-DOS von Microsoft war bis zur letzten eigenstĂ€ndigen Version mit jener von IBM nahezu identisch und unterschied sich nur durch zusĂ€tzliche enthaltene Programme. MS-DOS gab es Anfang der 1980er Jahre auch fĂŒr nicht mit dem IBM PC kompatible Personal Computer, musste jedoch jeweils angepasst werden.

Da das Unternehmen IBM die Grundkonstruktion seines PCs offengelegt hatte, wurde durch die zahlreichen Nachbauten ein informeller Industriestandard geschaffen,cite-ref-spiegel-patalog-24-1[24] der die historische GerĂ€teklasse der „IBM-PC-kompatiblen Computer“ definierte. Zahlreiche preiswerte „IBM-PC-Kompatible“ und Weiterentwicklungen des ursprĂŒnglichen IBM-PC-Designs durch andere Unternehmen machten die Plattform sowohl am Arbeitsplatz als auch im Heimbereich sehr erfolgreich. Im Februar 1984 wurde der IBM Portable Personal Computer vorgestellt, eine frĂŒhe Vorstufe der Laptops, spĂ€ter Notebooks genannt (als Klasse der tragbaren Personal Computer).

Heimcomputer, Apple- und zum IBM PC kompatible Personal Computer

Mit TV-Ausgang und Tonausgabe kamen ab den 1980er-Jahren weitere GerĂ€te als Heimcomputer auf den Markt. Die meistverkauften Modelle waren der Commodore C64 und die GerĂ€te der Amiga-Reihe, wie verschiedene AusfĂŒhrungen des Atari ST.

Im deutschen Sprachraum wurde in den 1980er-Jahren das englische Wort personal (persönlich) mitunter inkorrekt mit dem deutschen Personal (Arbeiter, Angestellte) assoziiert. Eine Ableitung von Personal Computer hin zu einer professionellen Nutzung entsprechender GerĂ€te wurde hierzulande daher gebrĂ€uchlich. So wurden in den Medien GerĂ€te mittlerer Leistung manchmal als „reicht an die Leistung eines Personal Computers [nicht] heran“ klassifiziert, obgleich es sich bei solchen GerĂ€ten tatsĂ€chlich um Personal Computer handelte. Da die Amiga-Reihe und der Atari ST zu Heimcomputerpreisen die Leistung der IBM PC XT und PC/AT ĂŒbertrafen und teilweise die GehĂ€useform der professionellen GerĂ€te verwendeten, verschwand die irrefĂŒhrende Unterscheidung zum Ende der 1980er-Jahre.

Da IBM kein Monopol auf die verwendeten Komponenten hatte (mit Ausnahme des BIOS), konnte Compaq 1983 den ersten zum IBM-PC-kompatiblen Computer auf den Markt bringen. Vor allem in Ostasien schufen Unternehmen eine Reihe von Nachbauten, in Deutschland waren es Unternehmen wie Commodore und spĂ€ter Schneider. Der sich so entwickelnde Markt fĂŒhrte durch den Konkurrenzkampf zu sinkenden Preisen und verstĂ€rkter Innovation.

Die StĂŒckzahlen waren zu Anfang noch bei weitem nicht mit den heutigen vergleichbar. Die Marktsituation Ende 1983 in Deutschland lautcite-ref-41[41] fĂŒr professionelle Mikrorechner (ohne Heimcomputer):

| Anbieter | Ausgelieferte Einheiten | Lieferanteile in Prozent |
|---|---|---|
| Commodore | 14.500 | 17,0 |
| Apple | 12.000 | 14,0 |
| IBM | 9.700 | 11,5 |
| Hewlett Packard | 7.100 | 8,5 |

Marktpositionen der sechs wichtigsten Anbieter von professionellen Mikros per Ende 1983:

| Rang | Anbieter | Umsatz-Marktanteil in Prozent |
|---|---|---|
| 1 | Commodore | 25,0 |
| 2 | Apple | 16,5 |
| 3 | Hewlett Packard | 11,0 |
| 4 | Tandy | 8,5 |
| 5 | Triumph Adler | 5,0 |
| 6 | IBM | 4,5 |

Im amerikanischen WeihnachtsgeschĂ€ft 1984 spielten Personal Computer erstmals eine signifikante Rolle. Jedoch hatten sowohl IBM als auch Apple zu viele GerĂ€te produziert und klagten im FrĂŒhjahr 1985 ĂŒber ein enttĂ€uschendes Ergebnis. Viele HĂ€ndler blieben auf den PC sitzen, und Kunden klagten, „sie könnten nicht viel mit den Maschinen anfangen.“ Ein Apple-HĂ€ndler schenkte sogar jedem, der einen Rechner kaufte, ein italienisches Fahrrad dazu.cite-ref-42[42]

Apple-Computer wurden teils nachgebaut, aber das Unternehmen konnte sich (mit deutlich geschrumpftem Marktanteil) behaupten. Die Apple-II-Linie wurde Anfang der 1990er-Jahre eingestellt; es wurde nur noch die Macintosh-Reihe hergestellt. ZunÀchst neben Sun war Apple der einzige Hersteller, der Hardware und Software (Betriebssystem und Anwenderprogramme) selbst entwickelte und zusammen vermarktete.

Die meisten anderen Hersteller, wie Commodore und Schneider, verschwanden Anfang der 1990er-Jahre weitgehend vom Markt oder wandten sich wieder anderen GeschĂ€ftsfeldern zu (Atari). Die aktuelleren PC-Modelle von IBM, wie der PC 300GL, blieben weitgehend unbekannt und gingen auf dem Markt neben den Produkten anderer Hersteller unter. Ähnlich erging es dem Versuch von IBM, den Markt mit der Personal-System/2-Reihe und dem Betriebssystem OS/2 zurĂŒckzuerobern.

Im Privatbereich wurden Heimcomputer und PC zunÀchst zum Experimentieren, Lernen und Spielen benutzt. Zunehmend wurden sie in Bereichen wie Textverarbeitung, Datenbanken und Tabellenkalkulation eingesetzt und fanden so Eingang in den betrieblichen Alltag.

Moderne Personal Computer

Die LeistungsfĂ€higkeit von Personal Computern nahm seit ihrer Entstehung stetig zu (Moore’sches Gesetz). Neben den Aufgaben der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation wurde der Multimedia-Bereich zu einem der Hauptanwendungsgebiete. Um den Anforderungen neuester PC-Spiele gerecht zu werden, gibt es „Gaming-PC“, die mit hoher Rechenleistung und sehr leistungsfĂ€higen Grafikkarten ausgestattet sind.

Bei PCs kam seit 2006, unabhĂ€ngig vom eingesetzten Betriebssystem, praktisch durchweg Hardware auf Basis der x86-Architektur zum Einsatz, die historisch auf den IBM Personal Computer von 1981 bzw. dessen sogenannte IBM-kompatible Weiterentwicklungen zurĂŒckgeht. Von den anderen Computerarchitekturen fĂŒr Einzelplatzrechner waren bis Anfang 2006 die PowerPC-Modelle von Apple erhĂ€ltlich, bevor auch Apple diese durch x86-Modelle ersetzte. PowerPC-Rechner von Apple werden vom Betriebssystem seit Mac OS X Snow Leopard (Version 10.5) nicht mehr unterstĂŒtzt.

Als Betriebssysteme werden neben dem marktfĂŒhrenden Windows hauptsĂ€chlich unixoide Betriebssysteme eingesetzt, vor allem Linux und BSD. Das Apple-Betriebssystem ist seit EinfĂŒhrung von Mac OS X, 2016 umbenannt in macOS, ein Unix-Derivat, das im Gegensatz zu den verschiedenen Linux-Distributionen und freien BSD-Betriebssystemen ab der Version 10.5 als UNIX zertifiziert ist (siehe auch Liste von Betriebssystemen).

Auf Intel-Macs können auch PC-Betriebssysteme wie Windows oder Linux verwendet werden. 2020 begann Apple mit dem Austausch der x86-Prozessoren von Intel durch selbst entwickelte ARM-SoCs, genannt „Apple Silicon“; ab macOS Big Sur lĂ€uft das Mac-Betriebssystem sowohl auf Intel-x86- als auch auf Apple-ARM-Macs.

Bauformen

Entsprechend der technischen Entwicklung wandelten sich mit der Zeit auch die Bauformen. Der erste IBM PC war wortwörtlich ein Desktop-Computer, er und seine Zeitgenossen von anderen Herstellern hatten GehĂ€use im Querformat und standen auf dem Arbeitstisch. Auf ihnen stand wiederum der Monitor mit einer Bildschirmdiagonalen von damals nur 10 bis 13 Zoll. Als diese Desktop-PC mit der Zeit noch etwas grĂ¶ĂŸer wurden und nicht nur auf dem Schreibtisch immer mehr im Weg waren, sondern die langsam grĂ¶ĂŸer werdenden Monitormodelle auf dem Computer ergonomisch immer ungĂŒnstiger standen, ging man zu neben dem Monitor stehenden PC-GehĂ€usen im Hochformat ĂŒber, den Tower-Modellen. Letztere differenzierten sich im Anschluss in Big Towers, Midi-Towers und weitere Abstufungen. Je nach Höhe des Towers und Vorlieben des Benutzers stehen viele Personal Computer unter oder neben dem Tisch.

Schon seit Anfang der 1980er-Jahre bemĂŒhte man sich parallel dazu, tragbare Computer zu entwickeln. Damit wird ĂŒblicherweise ein GerĂ€t mit der Technik und den Ausmaßen eines Desktop-Computers bezeichnet, dessen zumeist kofferförmiges GehĂ€use jedoch zum regelmĂ€ĂŸigen Transport ausgelegt ist. Die ersten GerĂ€te dieser Art waren 1981 der Osborne-1 und der Kaypro sowie 1983 der SX64. Sie benötigten fĂŒr den Betrieb zwingend einen Stromnetzanschluss; an Batteriebetrieb war noch nicht zu denken, vor allem weil diese Modelle noch mit integrierten Bildröhren ausgestattet waren, die viel Energie benötigten.

Die GerĂ€teklasse der mobilen Computer (mit Akkubetrieb) wurden seit der VerfĂŒgbarkeit preisgĂŒnstiger LCD-Anzeigen entwickelt. 1981 erschien der GRiD Compass 1100 und eröffnete die Klasse der noch recht schweren Schoßrechner (Laptop genannt); der erste kommerziell erfolgreiche Laptop erschien 1986 mit dem IBM PC Convertible. Die Bezeichnung Notebook wird tendenziell fĂŒr die mittelkleinen und leichteren AusfĂŒhrungen der mobilen Computer benutzt, wĂ€hrend der Begriff Netbook fĂŒr ein deutlich kleineres GerĂ€t ohne optisches Laufwerk verwendet wird, dessen Tasten auch zu klein fĂŒr die Verwendung im Zehnfingersystem sein können.

Eine spezielle Bauform eines Personal Computers, die zu den Handheld-GerĂ€ten zĂ€hlt, ist der Tablet-PC. Auch wenn schon vorher Tablets existiert haben, erlangten sie erst 2002 mit Microsofts Windows XP Tablet PC Edition grĂ¶ĂŸere Aufmerksamkeit; der Durchbruch fĂŒr diese GerĂ€teklasse erfolgte jedoch erst 2010 mit der Veröffentlichung von Apples iPad.cite-ref-pcwelt-33jpc-43-0[43]

Verbreitung

Die Zahl der weltweit verkauften PC ist im Jahr 2013 weiter zurĂŒckgegangen, insgesamt wurden ca. 316 Millionen StĂŒck verkauft, davon knapp 26 Millionen in Europa, im Nahen Osten und in Afrika (EMEA (Wirtschaftsraum)). Insgesamt sank der Verkauf gegenĂŒber 2012 um ca. 10 %.cite-ref-gartner2013-1-44-0[44] Dieser RĂŒckgang ist u. a. auf die weitere Verbreitung von Tabletcomputern und Smartphones zurĂŒckzufĂŒhren.

In der Vergangenheit wurde die Mehrzahl der verkauften PC als Arbeitsplatzrechner in Wirtschaft und Verwaltung eingesetzt,cite-ref-heise-de-10-1[10]cite-ref-45[45] aber auch viele Privathaushalte verfĂŒgten ĂŒber PC.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]

Besonders in SchwellenlĂ€ndern haben die Menschen anstelle eines PCs mit Internetzugang als erste GerĂ€te eher ein Smartphone fĂŒr die Kommunikation und einen Tabletcomputer als Computer.cite-ref-gartner2013-1-44-1[44]

Umweltauswirkungen

SpÀtestens seit 2005 sind durch PC verursachte Umweltauswirkungen anerkannt und werden erforscht. Die Umweltauswirkungen sind durch die hohen Absatzzahlen und vielfÀltige Schadstoffe in der Produktion erheblich, sie belasten die Umwelt insbesondere rund um Produktionsanlagen und durch den Material- und Energieverbrauch. Das Gebiet in der Informatik, das sich mit Umweltaspekten von PC und Computerhardware im Allgemeinen beschÀftigt, ist die Green IT.

Ressourcenverbrauch

Einer Studie aus dem Jahr 2003 zufolgecite-ref-k-hr-48-0[48] braucht man fĂŒr die Herstellung eines Computers samt 17-Zoll-Röhrenmonitor 240 Liter fossile Brennstoffe. Geht man bei einem Gesamtgewicht des Systems – inklusive Röhrenmonitor – von rund 24 Kilogramm aus, entspricht das dem Zehnfachen seines Eigengewichts. ZusĂ€tzlich werden rund 22 kg Chemikalien und 1500 kg Wasser benötigt.

Stromverbrauch

Um gegenwĂ€rtig (Stand 2013) seinen PC möglichst sparsam betreiben zu können, empfiehlt sich die Beachtung gewisser Normen der Industrie. FĂŒr Netzteile ist dies die „80-PLUS“-Zertifizierung in Bronze, Silber, Gold Platinum oder Titanium nach der ENERGY-STAR-Richtlinie der US-Umweltbehörde EPA.

Ein einzelner PC in Desktop-AusfĂŒhrung brauchte ĂŒber lange Zeit weitgehend konstant um die 50 W an elektrischer Leistung. Dieser Wert hielt sich etwa bis zur EinfĂŒhrung des Intel-Pentium-III-Prozessors Ende der 1990er-Jahre. In der Folgezeit stiegen diese Werte rapide auf weit ĂŒber 100 W alleine fĂŒr den Prozessor und teilweise ĂŒber 200 W fĂŒr den kompletten Rechner an. Eine Trendwende gab es 2004, als der Prozessorhersteller AMD fĂŒr seinen AMD Athlon 64 erstmals bisher nur bei Notebooks eingesetzte Funktionen zur dynamischen Änderung des Prozessortaktes einsetzte. Durch diese in sĂ€mtlichen Prozessoren verfĂŒgbare Funktion ist der Stromverbrauch zumindest ohne eine dedizierte Grafikkarte und ohne aufwĂ€ndige Berechnungen wieder gefallen. Deutliche Abweichungen davon ergeben sich, wenn der Prozessor tatsĂ€chlich ausgelastet wird, und noch wesentlich mehr bei der Verwendung einer dedizierten Grafikkarte, die – auch wenn nur ein normaler Desktop darzustellen ist – bereits zwischen 10 und 80 W benötigt.

Laptops und Notebooks, die mobil sein sollen und auf Akkubetrieb ausgelegt sind, versuchen, möglichst sparsam mit der elektrischen Energie umzugehen, um möglichst lange Akkulaufzeiten zu erreichen. Hier werden je nach Geschwindigkeitsanforderung und Auslastung zwischen ca. 10 W und (z. B. fĂŒr mobile 3D-Grafik) deutlich ĂŒber 60 W erreicht. Die Werte sind ĂŒber die Zeit weitgehend konstant; Verbesserungen bei der Akkutechnik werden hauptsĂ€chlich in eine Verkleinerung der GehĂ€use und nur zu kleinen Teilen in eine VerlĂ€ngerung der Laufzeit gesteckt. Auch Industrie-PCs verwenden oft Laptop-Technik, das jedoch weniger aufgrund des Stromverbrauchs, sondern um auf bewegliche Teile in Gestalt von LĂŒftern verzichten zu können und so die mechanische Robustheit zu erhöhen. Die noch kleineren Einplatinencomputer, UMPC oder Netbooks benötigen mit teilweise unter 10 W noch weniger elektrische Leistung, wobei hier jedoch meist ZugestĂ€ndnisse bei der Rechenleistung gemacht werden mĂŒssen.

Aufgrund des hohen Ressourcenaufwandes bei der Herstellung ist es nicht sinnvoll, allein mit Hinblick auf eine Energieeinsparung ein sparsames NeugerĂ€t zu kaufen, da im Vergleich zum Energieverbrauch bei Herstellung und Entsorgung der Energieverbrauch beim Gebrauch vergleichsweise gering ist.cite-ref-49[49] Der durch die Neuproduktion anfallende zusĂ€tzliche Energieverbrauch kann – wenn das ĂŒberhaupt bei normalem privaten Gebrauch möglich ist – nur nach etlichen Jahren durch die geringere Leistungsaufnahme kompensiert werden.

Aufwendige Berechnungen wie 3D-Bilder in Computerspielen, Bildberechnungen von Grafikprogrammen oder Videobearbeitung erhöhen den Energiebedarf auf 300 W. Leistungsstarke PC mit sehr schnellen Prozessoren kommen auf Werte bis zu 425 W. Hochleistungsgrafikkarten benötigen jeweils weitere bis zu 275 W, so dass bei zwei Grafikkarten unter Volllast des Systems Leistungsaufnahmen von knapp 1000 W möglich sind.

Entsorgung

Personal Computer bestehen aus den unterschiedlichsten Komponenten, hauptsĂ€chlich Elektronik und Metall. Sie werden in Deutschland nach der Elektronikschrottverordnung von den Herstellern ĂŒber Erfassungsstrukturen zurĂŒckgenommen. Besitzer sind verpflichtet, die GerĂ€te getrennt vom RestmĂŒll den Erfassungsstellen zuzufĂŒhren. Die RĂŒcknahme ist in Deutschland kostenfrei. Im Zuge der Verschrottung werden viele Elektronikkomponenten der Wiederverwendung zugefĂŒhrt, beispielsweise um Metalle der Seltenen Erden zu retten.

Veraltete, noch funktionsfĂ€hige PC oder Bauteile können auch verkauft oder an Bastler oder BedĂŒrftige weitergegeben werden – so im Rahmen des Projektes linux4afrika. Oft werden alte GerĂ€te auch illegal in DrittweltlĂ€nder verfrachtet, wo, oft unter VernachlĂ€ssigung von Arbeits- und Umweltschutzmaßnahmen, die wertvollen Metalle extrahiert werden und der Rest auf Deponien abgelagert wird (Elektronikschrottverarbeitung in Guiyu in China oder Elektronikschrottverarbeitung in Agbogbloshie in Ghana).

Technikzentren und volkswirtschaftliche Auswirkungen des PC-Handels auf die Welt

Ein großer Anteil von Importprodukten stammt von Herstellern aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von Taiwan. So ist in den meisten PCs ein Intel- oder AMD-Prozessor verbaut. Die gebrĂ€uchlichsten Grafikkarten stammen von US-Unternehmen wie Nvidia, Intel oder AMD.

Bei den PC-Mainboards hingegen fĂŒhrt die Republik China (Taiwan) die Produktion an, mit Produkten von Asus, Gigabyte Technology und Micro-Star International inklusive der intern meistverbauten Soundchips des Anbieters Realtek. Bei der eigentlichen Herstellung der Boards ist die ebenfalls taiwanische Foxconn fĂŒhrend.

MarktfĂŒhrer der externen Soundlösungen ist hingegen Creative Technology (Singapur) mit der Sound-Blaster-Serie. Bei den Festplatten (HDDs, SSDs) fĂŒhren US-Anbieter wie Seagate Technology und Western Digital den Markt an. Bei den Netzteilen fĂŒhren die Hersteller Sea Sonic, Thermaltake und Enermax aus Taiwan die Produktion an, wobei das allgemeine QualitĂ€tskriterium fĂŒr Netzteile, die 80-PLUS-Zertifizierung in Bronze, Silber, Gold, Platinum und Titanium von der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA stammt und sich als Marktstandard durchgesetzt hat. Netzteile ohne 80-PLUS-EPA-PrĂŒfsiegel sind praktisch unverkĂ€uflich.

Bei den Speichermodulen fĂŒhren US-Hersteller wie Corsair Memory, Mushkin, Micron Technology und Kingston Technology den Markt an, gefolgt von G.Skill und TeamGroup aus Taiwan. Die Speicherchips werden jedoch hauptsĂ€chlich von den koreanischen Herstellern Samsung und Hynix sowie vom US-amerikanischen Unternehmen Micron Technology hergestellt.

Ferner haben auch die drei grĂ¶ĂŸten FPGA-Hersteller Xilinx, Altera und Atmel ihren Sitz in den USA. An der Fertigung aktueller Personal Computer haben europĂ€ische Hersteller damit nur einen verschwindend geringen Anteil und sind hier stark auf Importe angewiesen. Auch der US-MarktfĂŒhrer Microsoft mit dem am hĂ€ufigsten eingesetzten Betriebssystem Windows trĂ€gt hier einen großen Anteil zur Wertschöpfung in den USA bei. FĂŒr das Vereinigte Königreich ist hier jedoch noch die ARM Limited vorteilhaft, welche die ARM-Architektur weltweit lizenziert, sowie Raspberry Pi fĂŒr die MarktfĂŒhrerschaft unter den Einplatinencomputern mit dem Raspberry Pi. Die Eurozone selber profitiert hiervon jedoch erst mal nicht.

Entwicklung europÀischer PCs

Die Entwicklung europĂ€ischer Personal Computer kam ĂŒber das Prozessordesign kaum hinaus, da bereits in den 1980er-Jahren alle bedeutenden Heimcomputerhersteller wie Commodore und Atari ihren Sitz in den USA hatten, sowie auch die Prozessorhersteller MOS Technology, Motorola und Zilog.

Am europĂ€ischsten war in diesem Zusammenhang noch der Acorn Archimedes des britischen Unternehmens Acorn mit der eigenen ARM-Architektur, sowie noch das niederlĂ€ndische Unternehmen ASML, das die EUV-Lithografie-Belichtungsmaschinen, die SchlĂŒsseltechnologie fĂŒr die Intel- und AMD-Prozessorfertigung, herstellt.

Entwicklung in Deutschland

Die Entwicklung in Deutschland hatte bis in die 1960er-Jahre mit den Computern der Zuse KG des Computerpioniers Konrad Zuse eine gewisse Bedeutung. Der Z1 bis zum 5-Kanal-Lochstreifen-gesteuerten Zeichentisch Graphomat Z64 waren bedeutende Eigenentwicklungen mit internationaler Anerkennung.

Die Siemens AG ĂŒbernahm 1969 die Zuse KG komplett und lagerte die Computersparte nach MĂŒnchen in das neue Unternehmen Siemens Nixdorf aus, das spĂ€ter zu Fujitsu Siemens Computers fusionierte. Der Schwerpunkt lag in Kassensystemen und Computerhandel. Der 1975 erschienene Nixdorf Quattro 8870 Großrechner mit dem Betriebssystem Business BASIC und der Anwendungssoftware COMET hatte jedoch noch bis in die 1980er-Jahre einen gewissen Erfolg in Unternehmen.cite-ref-50[50] Die CPU (ein nicht nĂ€her definierter 1585.01, vermutlich ein Plagiat) stammte bereits von Digital Computer Controls, Inc. aus den USA.

Entwicklung russischer PCs

Die CPU-Entwicklung in Russland stĂŒtzt sich vor allem auf den russischen Elbrus-2000-Mikroprozessor, hierfĂŒr existiert sogar ein eigener 130-Nanometer-Fertigungsprozess nach der von AMD ĂŒbernommenen AusrĂŒstung aus der Fab 30.

Im Mai 2015 machte ein aktueller Elbrus-Heim-PC basierend auf dem Elbrus-4C-Chip Schlagzeilen durch die flĂŒssige Darstellung des Spiels Doom BFG von 2004.cite-ref-51[51]

In der Vergangenheit begnĂŒgte sich Russland mit dem Kopieren des Zilog Z80, dessen Derivate wie der MME U880 auch die Grundlage fĂŒr Computer in der DDR stellte.

Entwicklung japanischer PCs

1982 stellte NEC den PC-98 vor, der mit einem Intel-8086-Prozessor und 128 kB RAM bestĂŒckt war. Er wurde aus dem PC-88 entwickelt, der noch einen Zilog Z80 nutzte. Obwohl der PC-98 dem IBM PC sehr Ă€hnlich war, nutzte er den 16-Bit breiten C-Bus, der schon im PC-88 vorhanden war, wĂ€hrend beim IBM PC der ISA-Bus verwendet wurde. Der PC-98 war in Japan ĂŒber eine Dekade lang so erfolgreich, dass man vom „IBM PC Japans“ sprechen kann.cite-ref-52[52] Die Leistung der verbauten Komponenten (CPU, RAM, SpeicherkapazitĂ€ten) wurde wĂ€hrend dieser Zeit stĂ€ndig angepasst. Erst mit dem Aufstieg von Windows wurde der PC-98 zunehmend aus dem Markt verdrĂ€ngt. Da es Windows 3.1 und Windows 95 auch in Versionen fĂŒr den PC-98 gab, griffen Kunden zunehmend zu billigeren IBM-kompatiblen PCs, die ebenfalls Windows-fĂ€hig waren. Innerhalb von 5 Jahren schwand der Marktanteil in Japan von 60 auf 33 %.cite-ref-53[53] 1997 wurde die Produktion des PC-98 eingestellt.

Als der typische japanische Heimcomputer galt allgemein in den 1980er-Jahren der MSX-Computer, der sich dort als Alternative zum C64 etabliert hatte. Wobei auch der MSX-1 im Wesentlichen noch auf US-Herstellern aufbaute, so wieder der Z80-Prozessor des Herstellers Zilog, der Grafikchip von Texas Instruments und der Soundchip von General Instrument. Japanische Eigenmarken stellten erst die Nachfolger der MSX-2 und MSX turbo R mit dem Yamaha v9958 Grafikprozessor und Yamaha YM2149/YM2413 Soundchip dar. Die 7,16 MHz schnelle R800-CPU fĂŒr den MSX turbo R war dabei zwar Zilog-kompatibel, tatsĂ€chlich aber auch eine Eigenentwicklung der japanischen ASCII Corporation und wurde hergestellt von der Mitsui Bussan. 1987 folgten der X68000-Heimcomputer von Sharp mit einer von Hitachi produzierten HD68HC000-CPU (spĂ€ter wurden 68000er von Motorola verbaut) und 1989 der FM Towns mit erstmals serienmĂ€ĂŸig eingebauten CD-ROM-Laufwerk, der jedoch auf der x86-Architektur basierte und mit dem Intel 80386 abermals einen Prozessor eines US-Herstellers nutzte.

Entwicklung in Afrika

Afrika spielt fĂŒr den weltweiten PC-Handel eine Rolle, da hier der Großteil des Computer- und Elektroschrotts landet. So recyceln Kinder auf der Elektronikschrottdeponie in Agbogbloshie, der giftigsten MĂŒllhalde der Welt, in einem Slum am Rande der Hauptstadt Accra in Ghana, viele AltgerĂ€te durch das Herauslösen von Aluminium aus Monitorrahmen und Kupfer aus den Kabeln.cite-ref-54[54]

Entwicklung in Vorderasien

In den arabischen LĂ€ndern fand wie in Afrika praktisch keine Entwicklung statt. Am ehesten entwickelt noch Israel mit dem RĂŒstungshersteller Rafael Advanced Defense Systems einen Teil der Computer-Technik. Bedeutende Eigenentwicklungen waren hier bereits das Raketenabfangsystem Iron Dome wie auch das Trophy (APS)-System zur Verteidigung von Panzern.

Literatur

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‱ Scott Mueller: PC-Hardware Superbibel, mit DVD-ROM. Markt und Technik, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-8272-6794-3
‱ Hans Messmer, Klaus Dembowski: PC Hardwarebuch. Aufbau, Funktionsweise, Programmierung. Addison-Wesley, MĂŒnchen u. a. 2003, ISBN 3-8273-2014-3
‱ Andreas Stiller: Fröhliche Oldies. Der PC feiert seinen 20sten Geburtstag. In: c’t. 18. Juni 2001, S. 172–177
‱ Roy A. Allan: A Bibliography of the Personal Computer. 2005 (englisch)

Weblinks

Wiktionary: Personal Computer

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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‱ Literatur zum Personal Computer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Frank Patalong: 25 Jahre IBM-PC – Als die Dose unser Leben verĂ€nderte. Spiegel Online, 9. August 2006.
‱ Aufbau und Nutzung alter PC (ia32-Architektur)

Einzelnachweise

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cite-note-1212. ↑ PC – Personal Computer, elektronik-kompendium.de, abgerufen am 21. August 2016
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